Die neue Leitung ist der deutsche Teil des grenzüberschreitenden Wasserstoffprojekts mosaHYc (moselle-saar-Hydrogen conversion). Nach mehrjähriger Planung und Genehmigung beginnt damit die bauliche Umsetzung eines zentralen Infrastrukturprojekts für die Transformation der Energieversorgung im Saarland und in der Großregion. Die rund 17 Kilometer lange Leitung soll künftig Wasserstoff aus Frankreich in Richtung Dillingen transportieren.
Gemeinsam mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft gab Creos den offiziellen Startschuss für die Arbeiten. Zu den Rednerinnen und Rednern gehörten Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlandes, Johannes Steiniger, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Lex Delles, Minister für Wirtschaft, KMU, Energie und Tourismus des Großherzogtums Luxemburg, François Werner, Vizepräsident der Großregion, Claude Seywert, CEO der Encevo S.A., sowie Frank Gawantka, Geschäftsführer der Creos Deutschland GmbH.
Von der Planung in die Bauphase
mosaHYc ist ein grenzüberschreitendes Wasserstoff-Infrastrukturprojekt. Es entsteht in enger Kooperation mit dem französischen Netzbetreiber NaTran France. Auf deutscher Seite errichtet Creos die neue Leitung zwischen Leidingen und Dillingen In Frankreich sollen rund 20 Kilometer bestehende Leitungen umgestellt und fünf Kilometer Leitung neu gebaut werden. Diese neue Leitung entsteht von Leidingen Richtung Bouzonville auf französischer Seite. Der deutsche Projektteil ist als Important Project of Common European Interest (IPCEI) eingestuft und wird von Bund und Land gefördert.
Mit dem Baustart im August 2026 erreicht das Projekt auf deutscher Seite einen entscheidenden Meilenstein. Der Planfeststellungsbeschluss wurde im Juli 2026 erteilt und ist bestandskräftig. Die Rohr- und Tiefbauarbeiten beginnen jetzt und die Bagger können rollen. Die Bauzeit beträgt nach der aktuellen Projektplanung zirka eineinhalb Jahre.
Die erste Wasserstoffleitung im Saarland schafft die Voraussetzung dafür, Wasserstoff künftig grenzüberschreitend zu transportieren und industriellen Großverbrauchern zur Verfügung zu stellen. Damit ist mosaHYc nicht nur ein einzelnes Leitungsprojekt, sondern Teil einer entstehenden europäischen Wasserstoffinfrastruktur. Diese ermöglicht im Rahmen des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes und weiterer europäischer Wasserstoffprojekte, wie zum Beispiel HY4LINK und HYFEN, auch den Transport von importiertem Wasserstoff aus Norddeutschland, über die iberische Halbinsel, sowie über Luxemburg und Belgien. Eine leistungsfähige Wasserstoffinfrastruktur stärkt die Versorgungssicherheit, unterstützt die Transformation der Industrie und verbessert die Voraussetzungen für Investitionen und industrielle Wertschöpfung in der Region.
Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlandes:
„Mit diesem Spatenstich wird ein neues Kapitel für unsere Industrieregion sichtbar. Hier, im Herzen Europas, wird Wasserstoff zur Realität. Wir schaffen die Infrastruktur, die es braucht, um unsere Industrie klimafreundlicher und wettbewerbsfähig in die Zukunft zu führen. Damit gehen wir bei der Transformation voran – im Saarland und gemeinsam mit unseren europäischen Nachbarn.“
Johannes Steiniger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie:
„Der heutige Spatenstich ist weit mehr als der Baubeginn einer Pipeline – er macht den Wasserstoffhochlauf in Deutschland und Europa sichtbar. mosaHYc steht beispielhaft für den Aufbau eines integrierten europäischen Wasserstoffmarktes und ist ein wichtiger Baustein für das deutsche Wasserstoff-Kernnetz: Es stärkt die Transformation der saarländischen Industrie, verbindet Deutschland und Frankreich und zeigt, dass Erzeugung, Transport und industrielle Nachfrage gemeinsam die Grundlage einer zukünftigen Wasserstoffwirtschaft bilden. Mein Dank gilt allen Projektpartnern, Unternehmen und Genehmigungsbehörden, die diesen wichtigen Schritt möglich machen.“
Lex Delles, Minister für Wirtschaft, KMU, Energie und Tourismus des Großherzogtums Luxemburg:
„Dieses Projekt zeigt, wie wichtig gemeinsame Infrastrukturen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit für unsere Energiezukunft sind. Für Luxemburg bedeutet mosaHYc einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer vernetzten europäischen Wasserstoffinfrastruktur und legt den Grundstein für zukünftige Verbindungen zu unseren Nachbarnetzen. Mehr Wasserstoffinfrastruktur bedeutet mehr Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz für unser Land und für die Großregion.“
Jürgen Barke, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes
„Das grenzüberschreitende Wasserstoffnetz ist ein Schlüsselprojekt für die Zukunft unseres Industriestandorts. Es schafft die Voraussetzung, unsere Stahlindustrie künftig mit Wasserstoff zu versorgen, weitere Unternehmen anzubinden und neue Investitionen zu ermöglichen. Hier entsteht die Infrastruktur für industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze von morgen.“
Claude Seywert, CEO Encevo S.A.:
„In der zukünftigen Energieversorgung wird Wasserstoff eine Schlüsselrolle übernehmen. Denn nicht überall lassen sich industrielle Prozesse oder der Schwerlastverkehr direkt elektrifizieren. Gerade dort wird Wasserstoff unverzichtbar sein. Damit Unternehmen diese klimafreundliche Energie künftig zuverlässig nutzen können, braucht es leistungsfähige Transportnetze. mosaHYc ist erst der Beginn einer Wasserstoffinfrastruktur in der Großregion.“
Frank Gawantka, Geschäftsführer der Creos Deutschland GmbH:
„Heute wird aus Planung Realität. Dieser Spatenstich symbolisiert, dass der Bau der Pipeline nun beginnt. Für unser Netz ist das bereits die zweite Transformation: In den siebziger Jahren haben wir es von Kokereigas auf Erdgas umgestellt; heute beginnen wir mit der Umstellung von Erdgas auf Wasserstoff. Damit ebnen wir den Weg für eine richtungsweisende, zukunftsfähige, resiliente und klimaneutralere Versorgungssicherheit.“
Rafael Sierra Garrido, Geschäftsführer Creos Deutschland GmbH:
„Nach vielen Jahren der Planung und Vorbereitung beginnt nun der Bau der ersten Wasserstoffleitung im Saarland als Teil von mosaHYc. Dieses grenzüberschreitende Projekt kann nur gelingen, weil Menschen und Unternehmen über Ländergrenzen hinweg an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Gerade in einer Zeit, in der internationale Verständigung nicht mehr selbstverständlich erscheint, ist das ein starkes Zeichen.“
Spatenstich in Wallerfangen-Gisingen
Der Festakt fand in unmittelbarer Nähe des zukünftigen Leitungsverlaufs am Ortsteil Oberlimberg der Gemeinde Wallerfangen statt. Nach den Grußworten und einem Film über den Verlauf der Trasse erfolgte gegen 11.20 Uhr der gemeinsame symbolische Spatenstich. Im Anschluss standen die Projektverantwortlichen und Redner für Interviews und Gespräche zur Verfügung. Die Einladung zum Termin stand unter dem Motto „Meilenstein erreicht - Haken dran“
Über die Creos Deutschland GmbH
Die Creos Deutschland GmbH mit Sitz in Homburg-Saar stellt mit ihrem zirka 1.600 Kilometer langen Gashochdrucknetz und ihrem zirka 400 Kilometer langen Hoch- und Mittelspannungsnetz die Versorgung von mehr als zwei Millionen Menschen in 340 Städten und Gemeinden im Saarland und in Rheinland-Pfalz sicher. Zudem arbeitet die Creos Deutschland am Bau eines Wasserstoffverteilnetzes und ist auch Wasserstoff-Kernnetzbetreiber. Zu ihren Kernkompetenzen gehören das Management und die Transformation von Energienetzen und dazugehörigen Anlagen sowie die Optimierung und Weiterentwicklung der Netzinfrastruktur. Die Creos Deutschland GmbH beschäftigt rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie ist eine Tochter der Encevo Deutschland GmbH, deren Muttergesellschaft die Encevo S.A. in Luxemburg ist.
