Wasserstoff in unserer Kernregion
Als Netzbetreiber sind wir davon überzeugt, dass Wasserstoff eine Schlüsselrolle bei der zukünftigen dekarbonisierten Energieversorgung spielen wird. Mit Wasserstoff lässt sich ein Überangebot an Strom bei starkem Sonnenschein und starkem Wind effizient speichern und damit zeitlich entzerren und örtlich über eine zum Teil bereits bestehende Netzinfrastruktur verteilen. Wasserstoff ist Energieträger und Kraftstoff sowohl für eine CO2-arme Produktion in der Stahl- und Chemischen Industrie, als auch für eine emissionsfreie Mobilität - auch in der Region Saarland/Luxemburg/Grand Est. Als Netzbetreiber stehen wir bereit und entwickeln die dazugehörige Wasserstoff-Infrastruktur im Saarland und in Teilen von Rheinland-Pfalz; abgestimmt auf derzeitige und zukünftig absehbare Wasserstoffbedarfe.
Mit den geplanten Leitungen wollen wir den Wasserstoff-Transport, sowie dessen Verteilung „in die Fläche“ im Saarland ermöglichen. Durch diese Transformation stellen wir sicher, dass unsere Netznutzer, wie zum Beispiel Industriebetriebe und Kraftwerksbetreiber, ihren Energiebedarf in den 2030er Jahren von fossilem Erdgas auf Wasserstoff planbar anpassen können. Die bis dahin immer noch benötigte Versorgung mit Erdgas, insbesondere in den Städten und Kommunen, bleibt gleichzeitig erhalten.
Teil des Wasserstoff-Kernnetzes
Durch das Wasserstoff-Kernnetz sollen Bedarfszentren erschlossen werden. Die Mitwirkung am Wasserstoff-Kernnetz lässt uns Spielraum, um zukünftige Entwicklungen in Produktionsprozessen und in den kommunalen Wärmeplanungen auch mit Wasserstoff zu begleiten. Gleichzeitig können wir die Versorgung mit Wasserstoff und Erdgas sicherstellen, ohne dass erste Wasserstoff-Kunden durch hohe Netznutzungsentgelte finanziell überfordert wären. Denn grundsätzlich besteht für Leitungen, die zum Kernnetz gehören, jetzt Planungs- und Investitionssicherheit für alle Beteiligten – Netzbetreiber, Industrie und Stadtwerke.
Aktuelle Wasserstoff-Projekte
mosaHYc - Inbetriebnahme voraussichtlich 2028
Mit dem Infrastrukturprojekt mosaHYc (moselle-saar-HYdrogen-conversion) wollen die Creos Deutschland und der französische Netzbetreiber naTran eine grenzüberschreitende Wasserstoff-Pipeline in der Großregion etablieren. Dafür sollen bestehende Gas-Leitungen in Wasserstoff-Leitungen umgewandelt werden. Durch den zusätzlichen Neubau von Wasserstoff-Leitungen soll so ein erstes Wasserstoff-Inselnetz entstehen. Der wesentliche Neubau wird von Bouzonville, bzw. Leidingen an der französischen Grenze Richtung Dillingen erfolgen, um im ersten Schritt die saarländische Stahlindustrie mit Wasserstoff zu beliefern. mosaHYc ist Teil des Wasserstoff-Kernnetzes.
Wasserstoffleitung „Seyweiler-Dillingen“ - Inbetriebnahme Anfang der 2030er Jahre
Die Creos wird bis Anfang der 2030er Jahr eine rund 80 Kilometer lange Wasserstoffleitung von Seyweiler in Rheinland-Pfalz über Saarbrücken und Völklingen bis nach Dillingen errichten. Dies ist eines der größten Projekte, das in herausfordernder Geschwindigkeit gelingen muss. Die Leitung mit dem Arbeitsnamen „Seyweiler-Dilllingen“ ist Teil des Wasserstoff-Kernnetzes.
Einbindung in europäische Wasserstoffnetze und HY4link
Die Wasserstoffbedarfe werden steigen und das Wasserstoffnetz wird mitwachsen. Das Projekt mosaHYc und das Wasserstoffprojekt HY4link, das die Creos Luxemburg mit Partnern aus Belgien und Frankreich vorantreibt, bilden zusammen eine Wasserstoffinfrastruktur im Herzen der Großregion und im Herzen Europas. Damit hat die Großregion ein unglaubliches Potenzial, von der europäischen Wasserstoff-Infrastruktur zu profitieren: Dieses Netz ist ein zentraler Baustein für die Versorgungssicherheit und die zukünftige Weiterentwicklung der Dekarbonisierungs-Strategie im Saarland und der Großregion.
MosaHYc ermöglicht zukünftig die Anbindung an die europäischen Leitungsprojekte Hy4Link in Luxemburg und HY-FEN in Frankreich. So kann Wasserstoff sowohl aus dem Südwesten über die iberische Halbinsel und Süd-Frankreich als auch aus dem Norden über Luxemburg und Belgien ins Saarland gelangen. Über das deutsche Wasserstoff-Kernnetz besteht ein dritter Import-Korridor aus dem Nordosten, über den unter anderem Wasserstoff aus Skandinavien bezogen werden kann. Durch entsprechenden Import von Wasserstoff aus unterschiedlichen Ländern kann sowohl der Bedarf der Stahlindustrie als auch der prognostizierte Bedarf anderer Sektoren gedeckt werden; durch die Infrastruktur der Creos in Deutschland und Luxemburg wird der Wasserstoff dort ankommen, wo er benötigt wird.
Grand Region Hydrogen - Für eine Wasserstoffwirtschaft in der Großregion Saarland, Grand Est und Luxemburg
Als Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV) will die Initiative “Grande Region Hydrogen“ (GRH) ein Wasserstoff-Ökosystem in der Großregion Saarland (Deutschland), Lothringen (Grand-Est, Frankreich) und dem Großherzogtum Luxemburg entwickeln und unterstützen. Sie bietet dortigen Marktteilnehmern ein Forum, um Wasserstoff-Projekte in dieser Region zu verzahnen und gemeinsam Synergien zu heben. Auf lange Sicht soll so eine Wasserstoffwirtschaft in dieser Region etabliert werden.
Die Mitglieder der GRH haben sich zum Ziel gesetzt, ein integriertes grenzüberschreitendes Wasserstoffsystem in der Großregion zu etablieren, indem sie sektorübergreifende Projekte zur Dekarbonisierung der Industrie und verschiedener Mobilitätssektoren miteinander verknüpfen. Im Fokus stehen das Bundesland Saarland (Deutschland), die Region Grand-Est (Frankreich) und das Großherzogtum Luxemburg. Ziel ist es, eine Wasserstoffwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu fördern und dabei die hervorragend geeigneten strukturellen Bedingungen des umschriebenen Gebietes zu nutzen.
Die EWIV wurde im August 2021 von den Verteilernetzbetreibern Creos (Deutschland) und naTran (Frankreich), dem Energiekonzern Encevo (Luxemburg), sowie dem Wasserstoffproduzenten H2V (Frankreich) gegründet. Sie ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Luxemburg.