Informationen zur aktuellen Lage der Gasversorgung in Deutschland
Als Ihr Netzbetreiber im Saarland und in Teilen von Rheinland-Pfalz sind wir uns unserer Verantwortung zur Versorgung der Allgemeinheit mit Strom und Gas bewusst. Für eine kontinuierliche Bewertung der Situation stehen wir im regelmäßigen Kontakt mit den Fernleitungsnetzbetreibern, mit unseren Kunden und den Energieaufsichtsbehörden.
Aktuelle Lagebewertung der Bundesnetzagentur:
- Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat die seit dem 23. Juni 2022 geltende Alarmstufe des Notfallplans Gas in Deutschland aufgehoben. Seit dem 1. Juli 2025 gilt die Frühwarnstufe.
- Die Gremien der Europäischen Union haben sich darauf verständigt, die Einfuhr von russischem Erdgas ab dem Jahr 2027 einzustellen. Dies hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf die deutsche Gasversorgung. Die fehlenden Gasmengen können durch alternative Versorgungswege und über den Weltmarkt kompensiert werden.
- Die Versorgungslage hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Deutschland verfügt über unterschiedliche Importmöglichkeiten. Gasmengen können über Pipelines (insb. aus Norwegen) sowie über LNG-Terminals importiert werden. Außerdem hat Deutschland in den vergangenen Jahren die Gasflüsse von einem sogenannten Ost-West-Fluss auf einen Nord/West-Ost-Fluss umgestellt, sodass weitere Importmöglichkeiten über Frankreich und Belgien erschlossen worden sind. Deutschland ist eng in das europäische Gasverbundsystem integriert, was flexible Gastransporte ermöglicht.
- Der europäische Energiebinnenmarkt ist entscheidend für die Versorgungssicherheit mit Gas. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniert sehr gut.
- Die deutschen Gasspeicher sind ein wichtiger Versorgungsbaustein, aber keineswegs allein relevant. Deutschland verfügt über ausreichende Import- und Speichermöglichkeiten. Aktuell ist auf dem Weltmarkt ausreichend Gas verfügbar und es sind ausreichend Importmöglichkeiten vorhanden. Diese Importmengen können auch im deutschen Netz transportiert werden.
- Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick als gering ein. Die Bundesnetzagentur beobachtet und bewertet die Lage fortlaufend. Ein sparsamer Umgang mit Gas bleibt angesichts des weiterhin erhöhten Preisniveaus für Haushaltskunden sinnvoll.
Informationen zum Gasimport aus Frankreich
Das Gas aus Frankreich ist odoriert
Um einer drohenden Gasmangellage entgegenzuwirken, wird seit dem 12. Oktober odoriertes Gas aus Frankreich importiert. Unsere vorgelagerten Fernleitungsnetzbetreiber Open Grid Europe GmbH (OGE), GASCADE Gastransport GmbH und terranets bw GmbH erhalten dann über die Mitteleuropäische Gasleitung MEGAL und über die Trans-Europa-Naturgas-Pipeline (TENP) auch odoriertes Gas. Anders als in Deutschland, wo eine Odorierung nur in den städtischen Verteilnetzen verpflichtend ist, ist das Gas aus Frankreich auch im Fernleitungsnetz bereits mit dem schwefelhaltigen Odorstoff Tetrahydrothiophen (THT) versetzt. Nach den französischen Vorgaben liegt die übliche Konzentration bei 25 mg/m3 THT.
Der Odorgehalt an einzelnen Punkten im Netz der Creos kann nicht prognostiziert werden
Über fast alle Übernahmeanlagen erhält auch die Creos Deutschland GmbH dann teilweise odoriertes Gas. Je nach Wetterlage, Kapazitätsbuchung und Gasverbrauch können sich die Gaszusammensetzungen und damit die Odorgehalte immer wieder ändern – sowohl in den Fernleitungsnetzen als auch im Netz der Creos Deutschland.
Von den vorgelagerten Fernleitungsnetzbetreibern erhalten wir Orientierungswerte über die THT-Konzentrationen an den Übernahmeanlagen. Diese veröffentlichen wir auf unserer Homepage, um so transparent wie möglich über mögliche Odorgehalte zu informieren. Für die Aussagen der Fernleitungsnetzbetreiber können wir jedoch keine Gewähr übernehmen.
Aufgrund der Netztopologie der Creos Deutschland ist es nicht möglich, konkrete Aussagen bzw. Prognosen zum Schwefel-, bzw. Odorgehalt an einzelnen Punkten unseres eigenen Netzes zu treffen.
Mögliche Folgen
Wegen der Vermischungen mit französischem, odorierten Gas kann der Odorgehalt in den nachgelagerten Netzen der Creos schwanken. Es kann vor allem zu Überodorierungen kommen. Dies kann verstärkt den Geruch nach Gas und Gasgeruchsmeldungen nach sich ziehen und möglicherwiese zu Verunsicherungen beim Endverbraucher führen.
In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf das Rundschreiben im Mitgliederbereich des DVGW.